Die Geschichte der Firma A.KRÜSS Optronic

200 Jahre – eine lange Zeit für eine aufregende Firmengeschichte.
Das Familienunternehmen A.KRÜSS hat sie genutzt und die stürmische Entwicklung der Technik, Wissenschaft, Optik und Feinmechanik mitgemacht.

Martina Krüss-Leibrock und Karin Leibrock

Die Geschäftsleitung heute: Martina Krüss-Leibrock und Karin Leibrock

Eine unglaubliche Vielfalt an hochpräzisen optischen und anderen Geräten verließ die Hamburger Labors. Viele von ihnen leisteten einst auf allen Kontinenten der Welt wichtige Dienste. Heute kennt sie kaum jemand mehr. Dafür aber ihre zahlreichen Nachfolger. Doch zurück zu den Anfängen – ins Jahr 1796, in die erste optische Werkstatt des Mechanicus Opticus Edmund Gabory.

Kaum hatte Gabory seine erstklassige Ausbildung bei Optiker Ramsden in London, wo die Präzisionsmechanik gerade in voller Blüte stand, beendet, zieht es ihn in die internationale Hafen- und Handelsstadt Hamburg. Dort macht der begabte Mechanicus Opticus Karriere. Sein Geschäft floriert. 1813 stirbt Gabory. Seine Witwe Mary und Sohn Edmund Nicolas übernehmen die Firma. Gaborys Tochter Mary Ann heiratet 1823 Andres Krüss.

 

Grand Prix, Exposition Universelle de 1900

Mit der Hochzeit vereinigen sich die Namen Gabory und Krüss sowie hanseatische Kaufmannskenntnis, Tradition und Weitsicht mit filigraner, präziser Feinmechanik und Optik. Auch Andres Krüss, der die Firma Gabory mit seinem Schwager Edmund Nicolas führt, hat Erfolg. So reagiert er auf die steigende Nachfrage nach nautischen Instrumenten mit dem Verkauf von Seekarten. Der Handel mit Schweden, Norwegen, Dänemark und Übersee floriert. 1844 gründet Andres Krüss seine eigene Firma: Das Optische Institut A. Krüss. 1848 stirbt Andres Krüss bei einer Cholera-Epidemie. Seine Witwe übernimmt das Geschäft, das sie 1851 an ihre Söhne Edmund Johann und William Andres übergibt.

 

Historisches Mikroskop

1859 richtet Edmund Johann Krüss eine zusätzliche Linsenschleiferei ein. Neben photografischen Objektiven werden bald auch Mikroskope und Nebelbildapparate produziert. Er eröffnet ein eigenes Fotoatelier, um die Qualität seiner Fotoobjektive zu demonstrieren. Auf der Londoner Weltausstellung 1862 erhalten seine Objektive den ersten Preis. 1865 läßt sich Krüss seine weltbekannte “Laterna Magica” patentieren.

 

1886 wird die immer noch existierende Firma des E. Gabory mit dem Optischen Institut A. Krüss zusammengelegt. 1888 übernimmt Hugo, der 1853 geborene Sohn von Edmund Krüss, nach seiner erstklassigen Ausbildung bei den Optisch-Astronomischen Werkstätten von Steinheil in München, das Ruder der Firma. Technische Neuerungen und Erfindungen folgen. Die Blütezeit des Familienunternehmens bricht an. Dr. Hugo Krüss leistet Pionierarbeit in der theoretischen und praktischen Photometrie. Sein Handbuch der elektrotechnischen Photometrie wird Grundlage dieses Fachgebietes. Als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Feinmechanik und Optik setzt sich, der 1917 vom Hamburger Senat zum Professor ernannte, Hugo Krüss gegenüber der Reichsregierung für neue Zolltarife ein. Der passionierte Naturforscher organisiert die Mechanikertage und übernimmt zahlreiche Ehrenämter.

 

Historisches Messgerät

Bereits 1904 war der erst 24jährige Dr. Paul Krüss, Sohn von Dr. Hugo Krüss, in das traditionsreiche Familienunternehmen eingetreten. Der sogenannte Handwerksmeister mit Doktorhut steuert die Firma, nach seiner Übernahme im Jahr 1920, durch die Zeit des Zweiten Weltkrieges und des Wiederaufbaus. Weltweite Wissenschaft fasziniert ihn ebenso wie das Licht. Wie wirkt dieses geheimnisvolle Etwas auf Materie? Dr. Paul Krüss liefert nicht nur wichtige Beiträge zur Spektralanalyse und Photometrie, sondern erfindet und produziert auch die nötigen Geräte dazu, unter anderem für den Schulunterricht. Der Name Krüss ist aus der optischen Meßtechnik nicht mehr wegzudenken.

 

Der 1915 geborene Ing. Andres Krüss wird 1946 in der 6. Krüss-Generation Teilhaber des Unternehmens. Harte Arbeit und das Wirtschaftswunder bescheren der Firma neue Märkte und Kunden. 1976 stirbt Dr. Paul Krüss im Alter von 96 Jahren. Keiner vor ihm hat so lange das Geschick des Familienunternehmens gelenkt.

Seit 1980 führt Martina Krüss-Leibrock, Tochter von Andres Krüss, in der siebten Generation die A.KRÜSS Optronic GmbH. 2005 trat ihre Tochter Karin Leibrock als achte Generation in die Geschäftsleitung ein. Seit Ende 2013 wirkt Thomas Schmauck als Geschäftsführer mit.
Auch heute noch ist das Unternehmen für seine optischen Meßgeräte höchster Präzision weltbekannt. Selten findet man handwerklich-feinmechanische Tradition mit modernster elektronischer Technik in solcher Perfektion vereint.

 

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