Polarimeter

Automatische digitale und manuelle Polarimeter für Labor und Industrie

A.KRÜSS Optronic stellt automatische und manuelle Polarimeter für unterschiedliche Aufgaben und Anforderungen her.
Die Instrumente der P8000-Serie arbeiten vollautomatisch und sind extrem zeiteffizient. Mit einer Messzeit von nur einer Sekunde sind sie die schnellsten Polarimeter auf dem Weltmarkt. Ihre Geschwindigkeit verbinden sie mit höchster Genauigkeit und Auflösung der Messergebnisse.

Die Bedienung erfolgt lokal über den am Gerät befindlichen Touchscreen. Die Messergebnisse werden im Gerät in einer Datenbank abgelegt und können auf einem externen Drucker ausgedruckt oder auf Datenträger exportiert werden.

Das Automatische Polarimeter P3000 arbeitet ebenfalls vollautomatisch. Es zeichnet sich durch besonders leichte Bedienbarkeit aus, so dass es auch von Personal ohne Fachkenntnisse bedient werden kann. Damit ist es besonders für den produktionsnahen Einsatz, beispielsweise in der Qualitätskontrolle geeignet. Die Ergebnisse können direkt als Drehwinkel in ° oder der internationalen Zuckerskala in °Z ausgegeben werden.

Mit dem manuellen Laborpolarimeter P1000-LED bietet A.KRÜSS Optronic ein klassisches Gerät für einfache Laboranwendungen und die Ausbildung an. Das Gerät bietet eine kostengünstige Alternative zu automatischen Digitalinstrumenten und ermöglicht unmittelbare Erfahrung mit der Polarimetrie.

Für detaillierte Informationen zu Preisen und Verfügbarkeit der Polarimeter kontaktieren Sie bitte Ihren nächstgelegenen Krüss Händler, der Ihnen gerne hilft.

PDFTechnische Spezifikationen finden Sie im entsprechenden Datenblatt zum Herunterladen.

News- und Blogeinträge zu den KRÜSS Polarimetern

 

Polarimeter

Viele chemische, vor allem biochemische, Stoffe sind optisch aktiv. Sie drehen die Polarisationsebene von durchfallendem polarisiertem Licht. Drehrichtung und spezifischer Drehwinkel α sind charakteristische Größen einer Substanz oder einer Lösung. Ihre Messung erfolgt mit Polarimetern.

Die Polarimetrie ist eine leistungsstarke Technik für die Analyse von optisch aktiven Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Zuckerlösungen, Milchsäure und Weinsäure. Die Messung des Drehwinkels von linear polarisiertem Licht bei Durchgang durch eine optisch aktive Substanz gehört zum Standardrepertoire chemischer, biochemischer und pharmazeutischer Labore. Sie liefert wertvolle Informationen über die chemische Struktur, Chiralität und Konzentration einer Probe.

Klassische Polarimeter arbeiten manuell. Die Helligkeit des polarisierten und gedrehten Lichts wird mit dem Auge bewertet und das Ergebnis auf einer Skala abgelesen. Die Nutzung eines manuellen Polarimeters erfordert einen erfahrenen, qualifizierten Betreiber und beansprucht gewisse Zeit. Ein modernes automatisches Polarimeter beschleunigt diesen Prozess – ein genauer Messwert steht in nur einer Sekunde zur Verfügung. Die digitale Arbeitsweise der Geräte schließt anwenderbedingte Messfehler aus und führt zu exakt reproduzierbaren Ergebnissen – ein entscheidender Faktor für Messungen zur Qualitätskontrolle und Prozessüberwachung. Die automatische Polarimetrie ist kompatibel mit Good Laboratory Practice (GLP) und der US FDA 21 CFR part 11.

Die Investition in ein automatisiertes Instrument zahlt sich rasch aus, weil sie die Produktivität im Labor erheblich verbessert. In modernen Betrieben der Branchen Pharma, Chemie, Zucker und Lebensmittelverarbeitung ist ein automatisches Polarimeter heute unbedingter Stand der Technik.

Polarisation und Polarimetrie – physikalische Grundlagen

Elektromagnetische Wellen, also auch das Licht, weisen eine eindeutige Polarisationsebene auf, die durch die Ebene der elektrischen Feldkomponente definiert ist. Natürliches, so genanntes unpolarisiertes Licht besteht aus der Überlagerung einer Vielzahl von Einzelwellen unterschiedlicher Polarisationen. Erst durch bestimmte physikalische Effekte wie beispielsweise der Reflexion an einer nicht metallischen Oberfläche können Wellen einer bestimmten Polarisationsebene herausgefiltert werden. Einige Insekten sind in der Lage, polarisiertes Licht wahrzunehmen und können so zum Beispiel besser durch Wasseroberflächen schauen. Der Mensch muss sich physikalischer Instrumente bedienen, um Polarisationseffekte zu beobachten.

Polarisationsfilter bestehen aus einer speziellen Folie, die nur Licht einer Polarisationsebene durch lässt und das übrige Licht absorbiert. Fotografen benutzen derartige Filter, um unerwünschte Reflexionen zu unterdrücken.

So genannte optisch aktive Stoffe sind transparente Substanzen, die die Polarisationsebene durchfallenden Lichtes drehen. Die Ursache liegt in der räumlichen Struktur ihrer Moleküle. Manche Stoffe kommen in chemisch gleicher Zusammensetzung, aber räumlich symmetrisch angeordneten Molekülen vor. Diese beiden so genannten Enantiomere drehen die Polarisationsebene des Lichtes in entgegengesetzten Richtungen. Beispiele sind Zucker oder die bekannten rechts- und links-drehende Milchsäuren im Joghurt. In der Natur kommt meist nur eines der beiden Enantiomere vor. Bei der chemischen Synthese können jedoch beide entstehen. Die unterschiedlichen Enantiomere des gleichen Stoffes haben unterschiedliche pharmakologische Wirkungen und müssen dann in der pharmazeutischen Produktion getrennt werden, zum Beispiel durch HPLC-Detektion. Die Reinheit der Reaktionsprodukte kann polarimetrisch bestimmt werden.

In einem Polarimeter wird das unpolarisierte Licht einer Lichtquelle durch einen Polarisator geführt. Das durch den Polarisator tretende linear polarisierte Licht fällt durch die Küvette mit der zu untersuchenden Substanz. Dabei wird die Polarisationsebene gedreht. Der Drehwinkel wird mit dem Analysator bestimmt, der ebenfalls nur linear polarisiertes Licht zum Auge des Betrachters lässt. Im Polarimeter werden Polarisator und Analysator bei leerer Küvette zunächst so eingestellt, dass kein Licht mehr hindurch tritt. Nach Einfüllen des optisch aktiven Stoffes tritt wieder etwas Licht durch den Analysator. Der Analysator wird dann so gedreht, dass wieder dunkel wird. Der Drehwinkel kann dann an einer Skala abgelesen werden. Da der Drehwert von der Temperatur der Probe und der Wellenlänge des verwendeten Lichts abhängt, wird die optische Rotation bei definierten Temperaturen angegeben. Im Labor ist dies meist 20 °C. Die Messung erfolgt üblicherweise mit Licht der Natrium-D-Linie mit einer Wellenlänge von 589 nm.

Automatisches digitales High-Speed Polarimeter P8000
Automatisches digitales High-Speed Polarimeter P8000

Intuitive Touchscreen-Bedienung
Intuitive Touchscreen-Bedienung

KrüssLab Screenshot
KrüssLab Screenshot

Manuelles Laborpolarimeter P1000-LED
Manuelles Laborpolarimeter P1000-LED